Pressestimmen

Das schreiben die Zeitungen

Katzenmusik und Telefonate für einen guten Zweck

Die Gesangsklasse der Musikschule zu Gast im Gemeindehaus auf dem Roßbühl

Es ist dem Gemeindehaus der Christuskirche anzusehen, dass die Renovierungsarbeiten in vollem Gange sind. Dies stellte jedoch kein Hindernis für die Veranstaltung eines rundum gelungenen Benefizkonzertes zu Gunsten der Kirchenmusik in der Christuskirche dar – bewiesen haben das vergangenen Sonntag elf Nachwuchssänger zwischen 9 und 18 Jahren.  

Das vielfältige und angenehm kurzweilige Programm bediente viele musikalischen Vorlieben; das Vokalensemble enterTAYN begann mit populärmusikalischer Literatur, bald darauf waren freche Kinderlieder zu hören, bevor das Publikum die alberne Seite von Rossini kennenlernen durfte, dessen „Lustiges Duett zweier Katzen“ bei der textlichen Ausgestaltung auf tiefgründigere Verbalitäten als ein sich wiederholendes „Miau“ gänzlich verzichtete. Es folgten Lieder und Arien aus Barock und Klassik, wobei die Jugendlichen von Gesangslehrer und Musikschulleiter Peter Meincke routiniert begleitet wurden. Die einzelnen Programmpunkte moderierte er mit interessanten Hintergrundinformationen an, ohne eine ungezwungene Atmosphäre und Spontanität vermissen zu lassen.

Nach der Pause wurde eine Auswahl der schönsten romantischen Lieder aufgeführt, Ausgangspunkt für eine auf die Gegenwart zusteuernde Zeitreise: Nach Filmmusik der ersten Stunde aus dem Jahre 1907 durfte das Publikum an einem brillant vorgetragenen musikalischen Telefonat aus Menottis moderner Kurzoper „The Telephone“ teilhaben. Wieder angelangt in der modernen Unterhaltungsmusik, beschloss enterTAYN mit Whitney Houston und Billy Joel das Konzert. (nz)


Jugendphilharmonie begeisterte in der Stadthalle

„Durch Fleiß und Ausdauer wirst du es immer höher bringen“ schrieb Robert Schumann in seinen „Musikalischen Haus- und Lebensregeln“. Fleiß und Ausdauer, wie könnte es auch anders sein, waren die Parameter, die die rund 70 jugendlichen Mitspieler der Jugendphilharmonie befähigten, Schumanns vierte Symphonie so formvollendet darzubieten, wie am vergangenen Wochenende in der Korntaler Stadthalle geschehen.

Aber der Reihe nach. Zunächst eröffnete Dirigent Dietrich Schöller-Manno mit „Hellafest und Kinderreigen“ aus Humperdincks Oper „Königskinder“ den Abend. Das Stück findet man nicht gerade in den Charts. Schade eigentlich, denn die Musik überzeugte durch melodischen und harmonischen Reichtum. Man erlebte eine durch und durch gelungene  Interpretation, die spätromantische Stimmung verbreitete. Das trotz sommerlicher Witterung zahlreich erschienene Publikum lauschte und klatschte begeistert.

Arien und Duette aus Händels Oratorium „Il Trionfo del Tempo“, einem Werk, das immerhin kürzlich im Repertoire der Stuttgarter Staatsoper zu hören war, setzten das Programm fort. Zu Beginn noch vorsichtig agierend, gewannen die Streicher der Jugendphilharmonie zunehmend an Sicherheit, wobei man mit Johanna Marleen Maute und Tabea Klaschka zwei hervorragende Solistinnen gefunden hatte. Großartig, wie sich die beiden im Duett „Il voler nel fior“ die Melodien wie Spielbälle zuwarfen.

Schließlich liefen die jungen Musikanten in Schumanns vierter Symphonie d-moll op. 120 zu ihrer Hochform auf. Das Stück ist nicht ohne, da es der Komponist vom Klavier aus gedacht hat, und manche Holzbläsersoli im Orchester unterzugehen drohen. Hier hatte Schöller-Manno den Klangkörper zu äußerster Zurückhaltung angeleitet, das Blech domestiziert, um den Instrumenten zur gebührenden Strahlkraft zu verhelfen. Mit blitzsauberer Intonation glänzten die Streicher, der Bläsersatz bewies rhythmische Präzision. Die Spielfreude war den Musikanten jedenfalls deutlich anzumerken, Schumanns Credo „ohne Enthusiasmus wird nichts Rechtes in der Kunst zuwege gebracht“ erwies sich wieder einmal als zutreffend. Für den begeisterten Schlussapplaus bedankte sich das Orchester mit einer Wiederholung des Scherzos, der überzeugendsten Darbietung des Abends. (bm)

Amtsblatt Korntal-Münchingen vom 01.06.2017



VdM fordert qualitätssichernde Rahmenbedingungen für öffentliche Musikschulen

24. Musikschulkongress des Verbandes deutscher Musikschulen ist heute zu Ende gegangen / VdM verabschiedet Stuttgarter Appell

Stuttgart, 21. Mai 2017.  Mit einer bejubelten Aufführung des Musikkrimis „Die drei ???® Kids: MusikDiebe“ ist heute der Musikschulkongress des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) in Stuttgart zu Ende gegangen. 1.500 Teilnehmer nutzten drei Tage lang im Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle das breit gefächerte Kongressprogramm unter dem Motto „Mensch.Netz.Musik – Musikschule mittendrin!“ mit über 60 Fortbildungsveranstaltungen, Diskussionsforen und Plenumsvorträgen zu aktuellen musikpädagogischen und bildungspolitischen Themen.

Verabschiedet hat der VdM dabei auf seiner vorhergehenden Bundesversammlung den Stuttgarter Appell. Darin fordert der Verband „die Träger seiner Mitgliedsschulen auf, den Anteil angestellter Lehrkräfte kontinuierlich zu erhöhen, um die im Positionspapier der Kommunalen Spitzenverbände geforderte Qualität der öffentlichen Musikschulen zu gewährleisten. Nur über qualitätssichernde Rahmenbedingungen für öffentliche Musikschulen, deren Grundlage die Perspektive einer Festanstellung ist, bleibt das Berufsbild Musikschulpädagoge auch für zukünftige Studienbewerber attraktiv“,  so der Tenor des Appells.

Ulrich Rademacher, Bundesvorsitzender des VdM, sagte: „Mit dem Stuttgarter Appell fordern wir, erreichte Standards zu schützen und dort wo diese noch nicht erreicht sind, erreichbare Ziele zu setzen. Eine öffentliche Musikschule, wie sie vom VdM in seinem Strukturplan aufgestellt ist, von den Kommunalen Spitzenverbänden in ihrem gemeinsamen Positionspapier gefordert und im KGSt-Gutachten beschrieben wird, ist grundsätzlich nur mit angestellten, weisungsgebundenen und angemessen vergüteten Lehrkräften zu realisieren.“

Unter dem Titel „Die Bildungswelt im Wandel“ ging der Unternehmensberater Stefan Theßenvitz in seinem Plenumsvortrag den Fragen nach Veränderungen, Strömungen und Trends für Musikschulen nach. Zur zunehmenden Digitalisierung auch im Bereich des Musikunterrichts erklärte er: „Musikschulen müssen neue Zugangswege öffnen, wenn sie dauerhaft relevant bleiben wollen. Das alles enthebt die Musikschulen jedoch nicht von ihrer Verpflichtung, einen systematischen Unterricht mit hoher Qualität  anzubieten. Der Präsenzunterricht wird auf Dauer eine große Bedeutung haben.“

Der Leiter der Forschungsstelle Appmusik an der Universität der Künste Berlin, Matthias Krebs, betonte in der Podiumsdiskussion „Zwischen Beats und Bytes – smarte Wege für Musikschulen“, dass „digitale Technologien für sich kein Bildungsangebot darstellen, sondern zunächst einfach Werkzeug zum Musizieren, ein Instrument sind. Ein Weg, sich diese virtuelle Wertstatt nutzbar zu machen, ist das Miteinander von Lehrer und Schüler in der gemeinsamen Erschließung von künstlerischen Erfahrungswelten. Zu beachten sei dabei, dass „Menschen Technologien bestimmen wollen und nicht von diesen bestimmt werden wollen“, so Krebs.

Neben zahlreichen weiteren Angeboten während des Kongresses war das Gemeinschaftskonzert der Stuttgarter Philharmoniker und des Jugendsinfonieorchesters der Stuttgarter Musikschule mit herausragenden Solisten aus Musikschulen des Landes ein weiterer Höhepunkt. Der vom Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs und der Stuttgarter Musikschule veranstaltete Landesmusikschultag am 20. Mai 2017 unter dem Motto „Musik auf Plätzen Stuttgarts“ brachte mit rund 1.500 jungen Musikerinnen und Musikern aus Baden-Württemberg die ganze Stadt zum Klingen. Ergänzt wurde der Musikschulkongress durch eine umfangreiche kongressbegleitende Ausstellung.

Pressemitteilung des VdM vom 21.05.2017



Benefizkonzert in Gerlingen

Es kommt nicht häufig vor, dass ein von Schülern der Musikschule Korntal-Münchingen gestaltetes Konzert außerhalb der Stadtgrenzen stattfindet. So gesehen war der Lieder- und Arienabend im Gemeindehaus der Gerlinger Petrusgemeinde eine Besonderheit: Zugunsten der Außenrenovierung der Petruskirche sangen acht Schüler aus der Gesangsklasse von Peter Meincke u.a. Arien aus Don Giovanni, Cosí fan Tutte und Die Hochzeit des Figaro sowie Lieder von Schumann, Mendelssohn und sogar Elvis Presley. Die Stimmen der 9- bis 18-Jährigen erklangen sowohl solistisch, als auch im Duett oder Quartett. Die Reaktion des Publikums fiel durch die gut gefüllten Reihen hinweg äußerst positiv aus, manch ein Zuhörer verließ begeistert den nicht nur klanglich schönen Saal. Dies zeigte sich auch in dem gespendeten Betrag von fast 1.000.- Euro. Da der Auftritt auch den mitwirkenden Sängern viel Spaß gebracht hat, darf auf eine Neuauflage gehofft werden. An dieser Stelle sei nochmals Peter Meincke für seinen aktiven Einsatz als Lehrer, Klavierbegleiter und Moderator gedankt, ohne den dieser schöne Abend nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank auch an Yasmina Klingel, die den Kontakt zur Petruskirchengemeinde herstellte. (nz)
Amtsblatt Korntal-Münchingen vom 11.05.2017
 
 
 

Schüler der Gesangsklasse von Peter Meincke nach dem Benefizkonzert in Gerlingen am 7. Mai. Für die Aktion "Dein Stein hilft" wurden nach dem gelungenen Konzert fast tausend Euro gespendet.

„Ein Mädchen, das auf Ehre hielt“ - Jugendliche Stimmen erklingen zugunsten von „Dein Stein hilft“

Ein evangelischer Gemeindesaal. Darin ein paar Jugendliche. Man hört erstaunliche Ausrufe aus ihrer Mitte: „Das Frauenzimmer verstimmt sich immer…!“ “Männer suchen stets zu naschen…!“ Doch was machen die knapp hundert weiteren, meist erwachsenen Anwesenden? Statt die Rangen mal gehörig an gutes Benehmen zu erinnern – applaudieren sie verzückt! So geschehen am vergangenen Sonntag, 7.5.2017, nachmittags im Gerlinger Petrushof. Des Rätsels Lösung: Mit Liedern und Arien aus vier Jahrhunderten – darunter den Werken von Telemann, Mozart und Haydn, denen die obigen Zitate entstammen – musizierte die Gesangsklasse der Musikschule Korntal-Münchingen. Unter der Leitung von Peter Meincke unterstützt sie die Aktion „Dein Stein hilft“ zur Außenrenovierung der Gerlinger Petruskirche. In einem abwechslungsreichen, anderthalbstündigen Programm von Barock bis Rock entfalteten die 8 Sängerinnen und Sänger im Alter von 9-18 Jahren erstaunliche stimmliche Fähigkeiten. Neben ihrer hohen Musikalität wussten die Jugendlichen – zum großen Teil Preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ - auch durch ein beeindruckendes mimisches Können zu überzeugen. Im wahrsten Sinne hochgestimmt stärkte sich das Publikum in der Pause bei einer vom Jugendchor der Petruskirche ausgerichteten Bewirtung. Hochstimmung auch bei „Dein Stein hilft“: 945 EUR Spendeneinnahme sind ein weiterer schöner Schritt auf dem Weg zum stolzen Ziel von 444.444 EUR, welches die Aktion bis Mitte 2019 erreichen will.Andreas Käde von Dein Stein Hilft


High School Musical 2017

Sogar die Intrige wirkt charmant

High School Musical im Widdumhof begeistert

Über mangelnde Auswahlmöglichkeiten können sich die Schüler der East High School wahrhaftig nicht beklagen. Da finden die Basketballmeisterschaften, der Award für den Wissenschaftsclub und das Musical-Casting allesamt zum selben Termin statt. Pech für den, der nicht weiß, was ihm davon am meisten zusagt. Keine Frage: sollte es denn an der High School so zugehen, wie uns das gleichnamige Musical glauben macht, man müsste die Amerikaner um ihr Bildungssystem beneiden. Und die rund 20 Mädchen und Jungen machten etwas daraus. Unter der Inszenierung von Helen Werum spielten, sangen und tanzten sie ihr Publikum in zwei nahezu ausverkauften Vorstellungen im Widdumhof schwindelig, immer wieder von begeistertem Applaus unterbrochen, und alles auswendig. Die Irrungen und Wirrungen eines Schulalltags, gespickt mit Intrigen und Verschwörungen, und natürlich darf am Schluss die Versöhnung nicht fehlen, schienen den Darstellern durchaus vertraut zu sein. Mit großer Überzeugungskraft und spielerisch sehr stark stellten sich Naomi Neufeld als Gabriela und Niklas Zaberer als Troy dem modernen Problem, wie man den vermeintlichen Ansprüchen anderer genügt, oder wie man dies eben nicht mehr tut. Mit dem Charme der Intrigantin zeigte Lilli Dietz als Sharpay ihr Können, stets begleitet von ihrem Bruder Ryan, mit viel Verve gespielt von Adrian Munz. Am Ende sind alle glücklich, das Publikum auch, dass alles so gut geklappt hat, und die Band unter der Leitung von Jürgen Parison gibt noch einmal gekonnt die Highlights des Stückes zum Besten. (bm)

Amtsblatt Korntal-Münchingen vom 23.3.2017


Jugend Musiziert - Regionalwettbewerb 2017

Hier geht es zum Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 30.01.2017


Spendenübergabe 23.09.2016

Hier (230,9 KiB) gelangen Sie zum Bericht des Amtsblatts Korntal-Münchingen vom 29. September 2016.


Orchesterkonzert 7. Juli 2016

Hier (994,4 KiB)gelangen Sie zum Bericht des Amtsblatts Korntal-Münchingen vom 21. Juli 2016.


Jugend Musiziert - Regionalwettbewerb 2016

Hier geht es zum Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 31.01.2016


Nacht der Filmmusik 2015

Einen Bericht der Stuttgarter Zeitung über unser Konzert am 16.05.2015 in der Festhalle Feuerbach finden Sie hier.


Jugendphilharmonie - Konzerte Mai 2014

Bericht (184,9 KiB) der Ludwigsburger Kreiszeitung über das Konzert am 11. Mai 2014 in Kornwestheim


Musikalisches Großereignis in Korntal

Mit rund 300 Mitwirkenden wurde erstmals in Korntal Verdis "MESSA DA REQUIEM" aufgeführt. Am Samstag, 12. Oktober 2013 um 19 Uhr in der Stadthalle fand eine öffentliche Generalprobe statt. Danach wurde das Werk in Waiblingen (13.10. Bürgerzentrum), Mannheim (19.10. Kirche St. Peter) und im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg (20.10.) aufgeführt.

Presseberichte zum Verdi-Requiem
Waiblinger Kreiszeitung
Bietigheimer Zeitung
Mannheimer Morgen


Amtsblatt Korntal-Münchingen 18. April 2013

Konzert "Viva Verdi" am 14. April 2013 im Landschloss Korntal

Er war nicht nur Komponist, sondern ein nationales Symbol, ein Repräsentant für die Einigung Italiens. Die Musikwelt würdigt in diesem Jahr Giuseppe Verdi zu seinem 200. Geburtstag und auch in Korntal-Münchingen gedenkt man 2013 in mehreren Veranstaltungen des großen Meisters.
Den Auftakt bildete eine Sängergala "Viva Verdi", bei der Highlights aus seinen Opern förmlich zelebriert wurden. Das zahlreich erschienene Publikum würdigte das erstaunlich hohe künstlerische Niveau der Protagonisten. Die Sänger Lionel Fawcett (Bass), Katrin Springborn (Sopran), Julia Funk-Balzer (Sopran), Jens Böhler (Tenor), Matthias Eschli (Bariton) machten Lieder und Szenen aus Verdi-Opern erlebbar. Julia Funk-Balzer gelang eine eindringliche Interpretation der verzweifelten Leonora in "La Forza del Destino"; sie trug das beeindruckende Werk mit großer Strahlkraft vor. Matthias Eschli machte als gehörnter Ehemann Renato in der mit großer Kraft vorgetragenen Arie "Eri tu" aus "Un ballo in Maschera" eine hervorragende Figur, und Katrin Springborns kultivierter Sopran stellte mit ausgewählten Liedern den unbekannten Verdi vor. Eine erschütternde Darstellung des resignierenden spanischen Königs Philipp II. aus "Don Carlos" bot Lionel Fawcett mit sängerisch und gestisch überzeugender Darstellung.
Peter Meincke am Klavier bot mit flinken Fingern mühelos einen Marathon an Tönen auf und war "seinen" Sängern ein stets verlässlicher Musizierpartner. Bernhard Mussel als Moderator gelang es mit einer gelungenen Mischung aus fundierter Musikwissenschaft und launigen Anekdoten, den langen Abend fast kurzweilig erscheinen zu lassen. Das begeisterte Publikum dankte mit langem Applaus.


Vaihinger Kreiszeitung, 24.01.2011


Haydns "Schöpfung" in der Korntaler Christuskirche

Zu Beginn herrscht das Chaos

Haydns „Schöpfung" in Korntal aufgeführt

Das absolute Chaos herrschte zum Anfang der Aufführung von Haydns Oratorium in der Korntaler Christuskirche. Dabei war nicht etwa das Dach zusammengebrochen, und auch der Chor lieferte kein Desaster ab, es wurde lediglich die „Schöpfung“ gespielt! Und diese beginnt mit der „Vorstellung des Chaos“ als Orchestereinleitung, die die Entstehung des Lichts noch kontrastreicher erscheinen lässt. Nur: bitte wie gestaltet man das Chaos? Chaotische Verhältnisse in einer Kunst, die auf Ordnung schlechthin aufgebaut ist. Entsprechend hoch gesteckt waren denn auch die Erwartungen, als der Kammerchor Korntal-Münchingen, verstärkt vom Philharmonischen Chor Waiblingen, den Geist über den Wassern schweben ließ. Und tatsächlich waberten die Akkorde feierlich aus dem in Moll gezeichneten Chaos empor. Dieser Satz, von Dirigent Peter Meincke souverän in seiner ganzen Klangfarbenpalette beleuchtet und ausdifferenziert, ging zum a-cappella-Einsatz Raphaels (Dominik Wörner) und des Chores hinüber, der die Erschaffung der Welt durch Gott aus dem Chaos zum Inhalt hat. Mit großer Textverständlichkeit schufen die Protagonisten eine Spannung, die mit Händen zu greifen war. Die Schöpfungsgeschichte geriet zum Drama.  

Der guten Nuancierung des Dirigenten, der neben lautmalerischen Facetten auch Tempo und Dynamik in farbigen Abstufungen zu handhaben wusste, korrespondierten der differenziert intonierende Korntaler Kammerchor und das flexibel agierende Orchester musica viva. Sowohl der sonore Klang der Streicher als auch die präzise intonierenden Bläser trugen zum transparenten Orchesterklang bei, der vor allem den polyphonen Passagen des Oratoriums überzeugende Kontur verlieh. Unter den Solisten trat der junge Schweizer Michael Feyfar hervor. Der samtig-geschmeidige Glanz seines hell timbrierten und sorgfältig phrasierenden Tenors verlieh seiner Interpretation ein unverwechselbares Profil. Auch der schlank geführte, kultivierte lyrische Sopran von Sabine Goetz überzeugte mit einer sicheren Höhe als Gabriel ebenso wie mit weichen Legatophrasierungen im Duett mit Dominik Wörner. Das Trio hervorragend miteinander harmonierender Stimmen wurde vervollständigt durch den vor allem auch in hohen Lagen sehr beweglichen lyrischen Feyfar. Das Publikum dankte für eine bemerkenswerte Interpretation mit lang anhaltendem Applaus.

Bernhard Mussel
(Ludwigsburger Kreiszeitung vom 21.10.2010)

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Begeisterndes Konzert der Jugendphilharmonie zum Jubiläum

Zehn Jahre sind keine Kleinigkeit. Seit zehn Jahren immerhin bemüht sich die Jugendphilharmonie, große Orchestermusik für Schüler spielbar zu machen, seit die 14 Musikschulen im Sommer 2000 ein gemeinsames Orchester gründeten, das auch solche Werke aufführt, die eine einzelne Schule nicht stemmen kann. Läuft doch das sinfonische Repertoire eher im gediegenem  Ambiente berühmter Konzertsäle - und damit  an vielen Jugendlichen vorbei. Wenn also Schüler nicht zur klassischen Musik kommen, muss klassische Musik zu den Schülern. Und so spielte die Jugendphilharmonie unter der sehr umsichtigen Leitung von Dietrich Schöller-Manno nicht in der Stuttgarter Liederhalle auf, sondern in der Stadthalle Korntal.

Mit Arturo Márquez Danzon Nr. 2 stand ein Werk auf dem Programm, das nicht unbedingt zur arrivierten Orchesterliteratur gehört. Aber warum auch nicht, so bunt gemischt wie ihr Publikum begann die Jugendphilharmonie den Abend mit dem temperamentvoll-aufbrausenden Gestus des spanischen Neutöners. Die rund 60 jungen Musikerinnen und Musiker musizierten mit beeindruckender Souveränität, obgleich die fragilen Klänge der Einleitung noch etwas zaghaft, um Sicherheit bemüht auftraten. Aber die jederzeit spürbare Neugier und Entschlossenheit der Mitspieler machten jede Schüchternheit wett.

Zum Highlight wurde Rachmaninows zweites Klavierkonzert op. 18, gespielt von drei jungen Solisten. Der 23-jährige Ektoras Tartanis lieferte eine furiose Interpretation des Kopfsatzes. Mit völlig kontrolliertem Pathos fegte der mehrfach preisgekrönte Pianist durch die Passagen, befreite das Konzert vom Staub der Jahrzehnte und gewann dem viel gespielten Klassiker gänzlich neue, dynamische Facetten ab. Sein Rachmaninow ist kein Relikt aus einer vergangenen Zeit, sondern mitreißend, frei von Patina und lebendig, seine Sechzehntelfiguren wirkten mühelos und unbeschwert.

Das kantilenenhaft angelegte  Adagio eignete sich bestens für Annika Makein. Eine gute Pianistin darf sich die erst 16-jährige Solistin heute schon nennen, und gerade die große Linie liegt ihrem Spielstil. Bei aller technischen Könnerschaft räumte sie der Melodie Vorrang ein. In empfindsamen Bögen, weit und langlebig sich spannend, zelebriert sie ein Moment großer Eindringlichkeit. Im finalen dritten Satz zeigte Besar Krasniqi mit klarem und doch kraftvoll zupackendem Ton sein ganzes Können. Charisma und Sinn für Inszenierung beflügelten seine Leistung noch zusätzlich, während das Orchester den Solisten ideal unterstützte - an den richtigen Stellen zupackend und konzertant, in den solistischen Momenten angemessen tragend.

Zum optimistischen Schönheitssinn des Rachmaninow-Konzerts bezieht dessen Landsmann Tschaikowsky in seiner vorletzten fünften Symphonie grüblerische Gegenposition - ein heikler Kontrast, den Dirigent Schöller-Manno bravourös meisterte. Vom ersten Ton an führte er die Zuhörer mit traumwandlerischer Sicherheit durch das Werk. Vereinzelte Unsauberkeiten in der Intonation schadeten der Interpretation kaum, die spürbar von der Begeisterung und dem Ehrgeiz seiner Mitspieler herrührt. Dicht, doch hörbar in allen Verläufen ergründen sie das verwickelte Motivgeflecht der vier Sätze, von denen die schwierigsten am ehrgeizigsten gelingen: die profunden Überlegungen des Andante cantabile und das grüblerische Finale, in dem das Orchester ein zerklüftetes Drama widerstreitender Gemütslagen zwischen Fatalismus und Hoffnungsschimmer, Aufbegehren und  Resignation vollzieht. Euphorischen Applaus der fast 400 Schüler und Eltern ernteten die drei Solisten, Dietrich Schöller-Manno und die Jugendphilharmonie. Und erst Fußgetrampel, Pfiffe und Gejohle riefen einem wieder in Erinnerung, dass man tatsächlich nicht in der Liederhalle saß.

Bernhard Mussel


Ludwigsburger Kreiszeitung, 8. März 2010

Meincke Stadtmusikdirektor

Strohgäu Extra, 5. Februar 2010

Joseph